Faltungen, lyrisch

inspiriert von Jürgen Küsters Faltungen-Projekt auf Buchalovs Blog

ich schreib mir eine   Fal
te   ins Gedicht

und falz mir keine   einfäl
lt, schreib ich mir glatt die Sorgfalt
aus dem Gesicht und falte sie auf
eine Spalte Papier

#ich zeige Faltung!

und schreib mir eine   Fal
te   ins Gedicht

zwiefältig, vielfaltig
fall mein Vers auf
kalten Asphalt

Mai

so lass ich meine Wörter
tanzen   in den Mai   tanzen
lass ich die Wörter   im Mai
tanzen meine Wörter und
ich   den Mai über   sehe ich
die Wörter tanzen und mich –
dem Sommer entgegen

Du bist

Du bist, wer
ich nicht bin

Du bist, wem
ich vertrau

Du bist, wen
ich hab lieb

Du bist, was
ich nicht hab

Du bist, wie
ich es mag

Du bist, wo
ich gern bin

Du bist, wohin
ich geh

Du bist, woher
ich komm

Du bist, wann
ich es brauch

Du bist, wozu
ich leb

Du bist, warum
ich bin

(12)

Dies nun das letzte Gedicht aus diesem Zyklus. Und falls Ihr den Anfang dieser Serie nicht mitbekommen habt: Die Geschichte zu diesem Projekt habe ich auf Lyrifants Editionen erzählt. Und in der Kategorie Wintergarten-Gedichte sind auch noch einmal alle Texte beisammen (obwohl das jetzt nicht so nötig wäre, folgen sie doch hier alle aufeinander).