Prosa in Rosa (5)

Ihr kleines Hündchen hatte sie inzwischen gegen einen mittelgroßen indischen  Elefanten in Pink eingetauscht. Er ist nicht zu übersehen, leicht zu halten und sehr gelehrig. Vor allem aber begleitet er sie nun immer und überallhin, auch dorthin, wo am Eingang steht:

„Hunde müssen draußen bleiben.“

Prosa in Rosa (3)

Auf Fernreisen hatte sie nun immer im Portemonnaie ein kleines Musterbüchlein bei sich, das eine Auswahl ihrer Lieblingspapiere (noch dazu in ihren Lieblingsfarben) enthielt wie etwa handgeschöpftes Bütten in Wild- und Heckenrose, Elefantenhaut in Sandstein, Seiden- und Japanpapiere in Lachs, Flamingo und Schwein. Denn sie wollte gewappnet sein für den Fall, dass man sie an der Grenze aufforderte:

„Ihre Papiere, bitte!“

Prosa in Rosa (2)

In ihrer Handtasche führte sie nun immer auch eine kleine verschließbare rosarote Schachtel mit sich mit. Sie hatte darin viele rosa Zettelchen gesammelt, auf denen große und kleine, erfüllbare und unerfüllbare Wünsche notiert waren, auf dass sie nie mehr in Verlegenheit geriete, wenn man sie an der Ladentheke oder im Café fragen würde:

„Haben Sie noch einen Wunsch?“

Gedichte lesen. Ein Weg in 7 Vokal-Schritten

Vor kurzem gab es auf der G13-Lyrik-Seite einen sehr schönen Beitrag mit dem Titel Gedichte lesen: 20 Strategien. Eine Anleitung für Ratlose (von Mark Yakich). Für Leserinnen und Leser, die das gern kürzer haben, habe ich hier jetzt noch eine Kurzanleitung gebastelt.

iiiiih – ein Gedicht! (die erste Abwehrreaktion von Unerfahrenen)
äh – ein Gedicht? (anfängliche Rat- und Hilflosigkeit)
uuh – ein Gedicht! (Einsicht in die eigene Überforderung)
öööh – ein Gedicht? (zweite Phase der Rat- und Hilflosigkeit)
eh – ein Gedicht! (überraschtes Erstaunen)
aaah – ein Gedicht! (anerkennendes Erstaunen und beginnende Erkenntnis)
oooooooh – ein Gedicht! (anhaltendes Entzücken)

Kreatives Schreiben: Impuls „Zwischen den Zeilen“ / Impuls „hand lettering“

Der „Zwischen den Zeilen“-Impuls hat noch ein bisschen in mir weitergearbeitet. So ganz zufrieden bin ich noch nicht, aber als graphisches (wenn auch nicht handgeschriebenes) Gedicht gefällt es mir deutlich besser als einfach nur so.

Über die Jahre

Über die Jahre
ist der Weg zu Deinem Herzen
unwegsam geworden, steinig, dornig, wild.
Die ehemals breite Treppe ist gänzlich zugewuchert,
rostige Riegel halten das Tor eisern verschlossen.

Ich habe die Wahl: Entweder
ich finde die Formel, die den bösen Zauber bricht,
oder ich versuche es über den Hintereingang.

Dieses kleine Gedicht aus Nichts

Es schreibt in dein Herz eine Spur sanften Lichts:
dieses kleine Gedicht aus Nichts.

Doch greifst du nach ihm, dann zerbricht’s:
dieses zarte Gedicht aus Nichts.

Doch lässt du es schweben,
dann lässt’s dich zurück lächelnden Gesichts:
dieses leichte Gedicht aus Nichts.