papier (2)

die angst des dichters
vor dem weißen blatt papier

04-Weißes Blatt_einzeln

Druckpapier

 

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papier (1)

Nach einer längeren Zeit habe ich ein Projekt zu einem (ersten, vielleicht auch vorläufigen) Ende gebracht: eine Serie von Texten zum Thema Papier – auf verschiedenen Papieren (deshalb gibt’s jetzt ausnahmsweise auch Bilder). Das Büchlein als Ganzes seht Ihr unter Editionen.

papier
ist der roh
stoff, auf dem
t_räume zum leben
erweckt werden

03-Bütten auf Holz mit Papyros-NEU

Bütten auf Holzpostkarte, Vorsatzblatt: Papyros

 

Der Name der Krähe

Das ist ein schon etwas älterer Text, den ein paar von Euch auch schon kennen. Aber mit Blick auf die Krähenschwärme des Abends über mir finde ich, er passt in den November. Außerdem ist mal wieder Zeit für ein Tiergedicht.

Wer bist du?
fragt ihr mich.

Leise krächze ich euch
meinen Namen ins Ohr.

Krähe
nennt ihr mich seither.

Dabei kann ich gar nicht
krähen.

Artikelsonate

Präludium Allegro ma non troppo

der da
die da
das da

der die
die das
das den

 

Menuetto o con scherzo

derer die da
dem da dessen
das denen da

der der die da
die die das da
das das den da

ein der die eine
eine die das eine
ein das der eine

 

Finale Allegro furioso

des einen der das die eine
dem denen eins da

ein der das eins dem da
eine die der da das eine des
ein das dem die da einen den

da einer der dem da
da eine die der da
da eins das dem da

da da

Was hetzt. Ein Ätz-Gedicht

Was hetzt und petzt,
verletzt, was grundgesetzt.

Was hetzt und Messer wetzt,
zerfetzt, was einst hier wertgeschätzt.

Was hetzt und noch dazu dumm schwätzt,
besetzt das wenig gute Letzt: Es ätzt und vergrätzt.

Drum seid entsetzt, jetzt! Widersetzt
euch dem und jedem, was und wer da hetzt.

mit anderen Worten

mit anderen Worten
kann ich es nicht sagen,
das eine Wort

anders gesagt oder
mit anderen Worten: es gibt
kein anderes Wort für

Dich

– auch wenn ich für Dich
tausendundeinen Namen habe –

mit anderen Worten
kann ich es nicht sagen,
dieses eine Wort:

ich liebe Dich

Der Denunziant

Der größte Lump im ganzen Land,
das ist und bleibt der Denunziant.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben zugeschrieben

Nun ist er wieder anerkannt:
der größte Lump, der Denunziant.
Hat er doch wieder Macht im Land
– wer hätt’s geahnt? – und so rasant.
Ein ausgedehnter Flächenbrand
erfasst die Welt vom rechten Rand
und schändet Glückes Unterpfand.
Empört euch, Menschen, Hand in Hand,
und leistet machtvoll Widerstand,
bevor Verstand- und Herzstillstand
gewinnen wieder Oberhand.
Lasst uns vertreiben diese Schand:
kein Platz hat hier der Denunziant!