das Ende von allem

inspiriert durch einen Satz aus dem Film „Now or never“

der Tod ist das Ende
von allem, was war, was ist,
was noch nicht war, was nie mehr wird,
was hätte sein können,
was noch hätte sein sollen,
was man hätte wollen, dass es noch wird,
wäre der Tod nicht das Ende
gewesen

dies scheinbar taumelnd Wort

winzig klein
und bedeutungslos
mag euch umsirren
umschwirren
mein Wort

unscheinbar
dies scheinbar taumelnd Wort
in Facetten bricht vieltausend
eure Stubenwelt: es irritiert
desillusioniert
interveniert
stört

dies ganz Andere ist
nie ganz das Andere:
unverstanden dennoch
ungenießbar trotzdem
unliebsam

und doch: es kann
fliegen

inspiriert durch den Band „Fliegen“ aus der wundervollen Reihe „Naturkunden“ beim Verlag Matthes & Seitz

 

Seestine, Strophe 3: KLAR – Lake Agnes

so klar der See, so klar der Weg, so klar.
der großen Schwester Schatten bricht dein Licht.
dein felsig‘ Fels lässt keinen Raum für Schilf.
dein steinig‘ Weg führt uns bergauf zum See:
so will ich denken: wegklar, berghoch, seetief.
so will ich sein und werden: still, ganz still.

Seestine, Strophe 1: SEE – Bodensee

dein Kind bin ich, du aller Seen See,
von Kind an lieb‘ ich dich, du See, ganz tief.
in deiner Seele Grund seh‘ ich schwanklar.
find‘ Frieden hier, dem Blässhuhn gleich im Schilf.
in seel’ger Weite wird mir alles still:
wie gern bad‘ ich in deiner Wellen Licht.

Ein See-Projekt der ganz persönlichen Art: sechs Seen, sechs Strophen – eine SEEstine.