„Why are we creative?“

Heute hab ich es doch noch geschafft, in den Film „Why are we creative?“ von Hermann Vaske zu gehen. Sehr sehenswert! Eine gute Frage, viele spannende Antworten, viele Perspektiven. Und ich gebe die Frage hier gerne mal in die Runde: Warum seid ihr kreativ? – und der Lyrifant versucht sich an einer ersten Antwort (welche die Fülle der Antworten reflektiert).

Warum bin ich kreativ?

Weil ich muss?
Weil ich will?
Weil ich kann?

Weil ich lebe?
Weil ich sterbe?
Weil ich bin?

Weil es hilft?
Weil es fordert?
Weil es hält?
Weil es bewegt?
Weil es erfüllt?
Weil es füllt?
Weil es da ist?

Für mich selbst?
Oder für Dich?
Für die anderen?
Oder gegen?

Weil – oder wegen?
Weil – oder um zu?
Weil – oder trotzdem?

Ich weiß es nicht.

13 Kommentare zu “„Why are we creative?“

    • Liebe Gabriele, von wegen Du nicht so kreativ! Da muss ich nur Deinen Garten anschauen. Irgendwie denke ich ja, dass jeder Mensch kreativ ist. Zumindest als Kind. Denn wir alle schaffen. Die andere Frage ist dann, ob das Kunst ist. Wenn ich bei Ausstellungen bin, auf denen sehr alte Kunst gezeigt wird (mehr als 7000 Jahre alt, z.B.), und dann sehe, dass man sich schon damals nicht mit der Herstellung von Alltagsgegenständen begnügt hatte, staune ich: Der Mensch hat offenbar seit jeher ein tiefes Bedürfnis, sich künstlerisch auszudrücken. Das finde ich faszinierend. Und kommt deinem Sehnsuchtsmotiv sehr nahe, finde ich.

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  1. Gute Fragen! Egal, ob jetzt alles und jedes, was ich so zurechtpfriemele, das große Wort „kreativ“ verdient: es passiert einfach, ich tu, was mir einfällt, wie ich es kann.
    Dass ich an diesem „kann“ auch arbeite, gehört eher schon wieder in die Abteilung Fleiß, oder auch in den schon arg abgenutzten Komplex Inspiration versus Transpiration.
    Dein Text dazu scheint mir ein schönes Beispiel für ein ausgewogenes Mischungsverhältnis.

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      • Wahrscheinlich sogar nochmal „und kreativ“, aber das dritte (Bastelzeug, Fensterbilder …) meinst du hier nicht.
        Dass gerade wir das anzweifeln, sei merkwürdig? Vielleicht kennen wir (und da schließe ich dich ausdrücklich ein) zu viele Schultern, auf denen wir stehen und die wir verehren, um so ganz forsch daran zu glauben, dass wir „einfach so“ aus uns selbst schöpfen. Wie viel Eigenes muss hinzutreten, um eine Schöpfung zu formen? Wie stark darf das Maß an Inspiration sein, bevor es kippt ins Plagiat, stilistisch, philosophisch, historisch?
        Wir haben vielleicht stärker verinnerlicht als manche Jüngere, dass es unanständig ist, sich mit fremden Federn zu schmücken (sogar wenn man die Spender der Federn gar nicht kennt)?

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    • Aber das Bastelzeug und die Fensterbilder sind auch Formen von Kreativität, oder nicht? Ich würde das nicht abwerten wollen. Zumindest ist es eine schöpferische Tätigkeit. Aha, aber ich beginne zu verstehen: Ihr meint eine Kreativität, bei der Neues entsteht. Allerdings: Aus dem Nichts dürfte wohl kein Mensch schaffen, wohl nicht einmal die ‚echt‘ kreativen (im Christentum wäre das einzig Gott vorbehalten) – ich denke, diese ‚echte‘ (ist auch blöd, denn die anderen Formen sind ja auch echt, also vielleicht: tiefere ) Kreativität hat meines Erachtens etwas mit dem Überschreiten von Denkgrenzen, mit dem Bruch mit Konventionen zu tun, mit dem Verbinden von bisher Nicht-Verbundenem.

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      • nein, ich wollte das hier nicht abwertend gemeint sehen. menschen, die es lieben, solche dinge zu gestalten, empfinden sehr wohl eine kreative freude in sich. doch ich musste schmunzeln, weil ich neulich mit solch einem geschenk „überrascht“ wurde, das ich freundlich entgegennahm, aber ich es nicht übers herz bringen werde, es aufzuhängen.

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  2. Ja, genau. Und mir ist bei deinem Kommentar aufgegangen, dass ich Kreativität allein auf das Schaffen von Kunst bezogen habe, ohne zu bedenken, dass Kochen, Tomatenzüchten oder Sockenstricken ebenfalls kreativ sind, nur dass nicht unbedingt Kunst dabei rauskommt; ebensowenig, wie es beim Schreiben oder Malen so sein muss.
    Unter solchem Aspekt ist wohl wirklich jeder Mensch kreativ, weil es zwingend zum Menschlein gehört.

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    • Das würde heißen: Wir sind kreativ, weil wir Menschen sind. Ist Kreativität spezifisch menschlich – oder sind auch Tiere kreativ? Vertreterinnen der Human Animal Studies würden das sicher bejahen.

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      • Natürlich ist auch der Bau eines Vogelnestes sehr kunstvoll und schöpferisch im Sinne von erschaffend, aber ich glaube, dass der damit verbundene Bewusstseinszustand ein anderer ist als bei Menschen, die sich vornehmen, etwas Kreatives zu tun.

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          • Ich glaube schon, dass es spontane, unwillkürliche Kreativität auch gibt, oft sogar. Aber diese arterhaltungsgetriebene Form der Tiere ist etwas anderes für mich. Und mir fällt keine tierische Schöpfung ein, die nicht diesem Trieb untergeordnet wäre.

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