Stille. Ein zweiter Versuch

„eine ohrenbetäubende Stille“, so schreibt Kagge in seinem Buch ‚Stille. Ein Wegweiser‘, habe er vernommen auf seinem Weg zum Südpol – was für ein Wort!

still will ich Gedichte
schreiben, worin die Wörter lauthals
schweigen: und in diese

ohrenbetäubende Stille

fällt stumm ein letztes Wort
aus dem Schlund des Schweigens:
wie leis‘ es doch mein Auge blendet!

8 Kommentare zu “Stille. Ein zweiter Versuch

  1. So großartig, Sabine!
    Wie du über die auditiven Perspektive (obgleich Stille ja gerade anti-auditiv ist), wieder in die visuelle zum Schreiben kippst am Schluss, lässt mich wieder und wieder diesen Text durchwandern lässt.
    Das Verhältnis zwischen Geschriebenem und Stiile ist vordergründig ja ganz unproblematisch, da von Schrift physikalisch ja kein Geräusch ausgeht. Aber ein einzelnes Wort kann auf einer leeren Fläche tatsächlich laut wirken. Und dabei habe ich die inhaltliche Dimension jetzt noch gar nicht mit erfasst.

    Gefällt 1 Person

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