Turmgedicht

für Friedrich Hölderlin

getürmt
lebt es sich
höher, freier auch

Darf, wenn lauter Mühe das Leben, ein Mensch aufschauen und sagen: so will ich auch seyn? Ja.

aus dem Turmtief, das
heilignah den Wassern,
steigt auf der Geist
aetherwaerts

noch ist Bewegung:
aus jeder Stufe, jedem Stein
türmeln die Verse, turmschief
vielleicht, ins Turmhohe dennoch

der Turm, ein Verlies, ein Refugium –
hier ist der Dichter
endlich allein, ganz bei sich,
einsam zwar, doch das ist der Preis:
Leben ist Tod, und Tod ist auch ein Leben.

Gedanken anlässlich der Wiedereröffnung des Hölderlinturms in Tübingen zum Auftakt des Hölderlinjahres. Mit Zeilen aus ‚In lieblicher Bläue‘ (1808).

8 Kommentare zu “Turmgedicht

  1. Ich muss Peter Härtlings Hölderlin dringend wieder lesen. Dein wunderbares Gedicht hat mich sehr nachdenklich gemacht. Es hat in mir viel ausgelöst, worüber ich nachdenken muss.
    Liebe Grüße
    Gabriele

    Gefällt 1 Person

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