Hölderlin

Ich verstand die Stille des Aethers
Der Menschen Worte verstand ich nie.
aus: Friedrich Hölderlin, Da ich ein Knabe war (1798)

ein Gott, du,
ohne Göttergefährten,
hier im Land der Frömmler –
deine Sprache Donner
und Blitz, unerhört

komm! ins Offene
(Freund! möcht ich sagen,
doch darf ich’s denn?)

hier bist du’s, ein Gott,
in den Armen des Aethers:
er dich versteht, die Götter auch
(vermag ich’s denn?)

zum 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin

9 Kommentare zu “Hölderlin

  1. Du triffst den Ton, Vertrautheit höre ich und Verehrung.
    Verstehen findet er bei den Göttern, die es als Gefährten nicht gibt. Auch sonst keine.
    Ich habe diesen Menschen immer zutiefst bedauert, herzzerreißend finde ich noch heute sein Schicksal.
    Und sein Schreiben? Hat nur mit kurzen Anklängen Resonanz in mir geweckt, nie als tragende Melodie.

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  2. Der Bäume Gipfel schauerten leise, wie Blumen aus der dunklen Erde
    sproßten Sterne aus dem Schoße der Nacht, und des Himmels
    Frühling glänzt‘ in heiliger Freude mich an.

    Wer das schreiben kann, ist nicht bedauernswert. Du lyrifant fühlst es und darfst sagen; Freund.

    Gefällt 3 Personen

  3. seit ich ihn das erste mal gelesen habe, ist er für mich präsent. für mich war er nie verrückt, er hat tiefer und weiter geschaut als andere zu seiner zeit.
    er wäre für mich der, den ich gerne kennen gelernt hätte.
    danke, dass du ihm diese ehre hier erweist!
    liebe grüße
    gabriele

    Gefällt 1 Person

    • Du hast da offenbar einen ganz ähnlichen Zugang wie ich. Das Nachdenken über Ver-rücktheit, Abweichung vom Normmaß, Hellsichtigkeit bei sog. geistiger Umnachtung hat bei mir durch meine Begegnung mit Hölderlin damals auch seinen Aufschwung genommen. Ja, ich denke auch, er war nicht verrückt, er war ’nur‘ von einer ganz besonderen Empfindsamkeit und Empfänglichkeit.

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