damals

wie einfach war es damals doch,
als die Prinzessinnen noch schön,
die Ritter kühn, die Hexen böse und
die Drachen grün waren. es hätte uns
aber schon zu denken geben können:
dass es – schon damals! – gute und
böse Feen, liebe und fiese Zwerge
gab und auch die Frösche
grün waren …

Mein virtueller Ostermarsch 2020

ein Shutdown für Bildung und Kultur
ein Shutdown für Freiheit und Grundrechte
ein Shutdown, der Existenzen bedroht
ein Shutdown, der Alte und Kranke stigmatisiert
ein Shutdown, der Obdachlose, Flüchtlinge und andere Abgehängte ignoriert

warum kein Shutdown für Waffen- und Aktiengeschäfte?
warum kein Shutdown für Betrug und Profitgier?
kurz: warum kein Shutdown für diesen menschenverachtenden
und umweltzerstörenden Kapitalismus?

Rassismus. Kein Gedicht

Ich gebe zu, es ist durchaus
ein verlockendes Narrativ:
Rassismus als Geisteskrankheit
zu begreifen.

Spinne weiter: Gehörten dann nicht
diese eine Partei und alle, die sie
wählen und unterstützen, in die
Psychiatrie? Oder zumindest doch
– im Dienste nationaler Sicherheit –
in Quarantäne?

Doch bedenke auch: Ließen wir uns
auf diese Diagnose ein, bedienten
wir uns der Rhetorik und der Metaphorik
derer, die genau dies wollen: Rassismus
als Krankheit einzelner Verwirrter
verharmlosen.

Nein, Rassismus ist keine Krankheit!
Rassismus ist Rassismus.
Kein Symptom.
Keine Diagnose.
Und erst recht kein Gedicht.

pfui!

ui,
wie dreist:
einfach ausgetrickst,
die einfache Mehrheit

hui,
wie fix:
doppelt ausgepielt,
die Demokratie

pfui,
wer da hat mitgespielt,
doppelzüngig

pfui,
wer da hat mitgetrickst,
mit einfachen Mitteln
zum bösen Zweck

 

Heute ist ein schwarzer Tag für die Demokratie in unserem Land: Ein 5%-FDP-ler ist sich nicht zu schade, sich mit den Stimmen der rechtsradikalen Höcke-AFD zum thüringischen Ministerpräsidenten wählen zu lassen (und dies mit Unterstützung der CDU).

Schopenhauer in Potenz

Die Welt ist meine Vorstellung.
Und in meiner Vorstellung bin ich die Vorstellung der Welt.
Dabei bin ich nur die Vorstellung einer Welt, die mich vorstellen lässt, die Welt sei meine Vorstellung und ich sei in meiner Vorstellung die Vorstellung der Welt.
Oder ist die Welt nur eine Vorstellung meiner selbst, wie ich mir vorstelle, ich sei die Vorstellung einer Welt, die meine Vorstellung ist?

Und was wäre dann mein Wille?