Brexit. Tragödie in drei Akten

I
Brexit.

II
Brrr!

III
Exit.

Sorry, Leute, aber zur Zeit kann ich einfach nur noch blödeln…

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April, April

es geschah einst im April,
da aprilt‘ sich
ein junger April
namens Aprill
ganz aprilant
an eine Aprile,
eine aprillante,
namens Aprille,
die ihm durch seine Abrille
so aprilig erschien,
dass er ganz aprillig ward –
das veraprillt‘ – zum Schein – die Dame;
so hat er – scheint es – ausaprilt,
bevor er anaprillt hat,
bis sie aprillt:
„April, April!“

Liebe Diana, das hättest Du sicher nicht gedacht, was Dein „aprilig“ im Lyrifanten so alles in Gang setzt, gell?

Frühfrühfrühling!

Frühlingsduft
in Frühlingsluft
und Frühlingsklang
in Frühlingssang
und Frühlingswonne
in Frühlingssonne!
Ein erster Krokus noch als Plus!
Zu früh, meinst du?  Das sei nur Stuss?

Komm raus vors Haus
und schau dich um!
Ja, es ist früh – frag nicht, warum.
Ja, es ist Früh- (es ist soweit!),
es ist Frühfrühfrühlingszeit!

Märchenwald

eine Idee von Klapperhorn aufgreifend: https://klapperhorn.wordpress.com/2019/02/13/maerchenwald/ (eine Geschichte ist es nicht geworden, aber immerhin ein – wenn auch nicht ganz ernst gemeintes – Gedicht 🙂 )

Im Märchenwald, im Märchenwald,
da lachen mir die Märchen nur so zu.
Im Märchenwald, im Märchenwald,
da fliegen mich die Märchen nur so an.
Im Märchenwald, im Märchenwald,
da fallen mir die Märchen nur so ein.

Der Märchenwald, der Märchenwald,
hat mich verhext, verprinzt, verfroscht –
Oh Märchenwald, oh Märchenwald!

Im Märchenwald, im Märchenwald,
da lachen mir die Hexen nur so zu.
Im Märchenwald, im Märchenwald,
da fliegen mich die Prinzen nur so an.
Im Märchenwald, im Märchenwald,
da fallen mir die Frösche nur so von den Bäumen.

Kaum bin ich aus dem Märchenwald,
wird mir die Fantasie so bald ganz kalt:
Kein Märchen mehr lacht mir noch zu.
Von Hexen ganz zu schweigen.
Kein Märchen mehr fliegt mich noch an.
Von Prinzen keine Spur.
Kein Märchen mehr fällt mir noch ein.
Von Fröschen? – nix.

Ein Märchen wollt ich doch so gern
erzählen: Es war einmal … so fang ich an
und weiß dann einfach nicht mehr weiter.

Wolfsmond

Ein dickes Sorry: Ich müsste WordPress upgraden, um diesen Text als Video präsentieren zu können; und den youtube-Account, den ich dafür eingerichtet habe, habe ich aus Datenschutzgründen dann doch wieder gleich gelöscht. Eine PowerPoint-Präsentation, die direkt als solche startet, lässt mich WordPress leider auch nicht hochladen – und so bekommt Ihr mein „poetisches Bildermärchen“ anlässlich der Mondfinsternis 2019 schnöde als pdf präsentiert.

Wolfsmond. Ein poetisches Bildermärchen (pdf-Format)

Nun bin ich noch auf eine bessere Idee gekommen, jetzt könnt Ihr es sogar direkt hier angucken:

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zwischen den Jahren

ein Zwischenraum
für Zwischentöne

ein Zwischending
zwischen Zwischenhalt
und Zwischenhoch

eine Zwischentür
zu einem neuen Zwischenspiel

eine Zwischenpause
zwischen Zwischenfall
und Zwischenziel

ein Zwischenlager
für Zwischenlösungen
und Zwischenrufe

eine Zwischenzeit
in Zwischenmenschlichkeit

in Vrouwenlobes wise

Heute, am 29. November 2018, sei – zum 700. Todestag des mittelalterlichen Lyrikers Heinrich von Meißen alias Frauenlob – ein Lobpreis auf diesen wahrhaft großen Sprachkünstler und Meister des Geblümten Stils gedichtet, und das alles natürlich in seinen eigenen Worten 🙂 (Heinrich, bitte verzeih mir, aber wer, wenn nicht Du könnte verstehen, dass mich das jetzt gereizt hat… und hier ist nun ganz speziell für Dich mein Frauenlob-Leich*).
(Und auch meine treuen Leserinnen und Leser bitte ich um Verzeihung, dass Ihr hier jetzt durch einen mittelhochdeutschen Text durchmüsst, noch dazu so harte Kost – aber Ihr könnt die Lektüre hier jetzt auch abbrechen 🙂 – , seht es mir bitte nach, aber es ist jetzt hier und heute einfach ein Herzensanliegen für mich).

* Der Leich ist eine lyrische Großform aus verschieden gebauten Strophen, die Prunkform innerhalb der lyrischen Gattungen des Mittelalters. Frauenlob hat diese Form wahrlich meisterhaft gepflegt. Das Material für meinen Frauenlob-Leich stammt – mit geringen, stets gekennzeichneten Änderungen – aus seinen Sangsprüchen und seinen Minneliedern wie auch aus seinem Minne- und seinem Marienleich. Woher ich was habe, habe ich in der Übersetzung jeweils angegeben, die Ziffern beziehen sich dabei auf die Göttinger Ausgabe von Karl Stackmann (das ist jetzt echt nur für Insider 🙂 ).

Grif, herze, zu und hilf den sinnen ein lob smiden
daz allen liden
siner kunst si wol gelenke.
dem ich diz lob schenke,
der neme ez    vür ein gut getrenke,
sit im ein luter miol win   vür werdez lob nicht smecket.

[V,10 1-6:] Greif, (mein) Herz, zu und hilf meinen Verstandeskräften ein Lob zu schmieden, das allen Gliedern seiner Kunst gelenkig sei. Dem ich dieses Lob (ein)schenke, der nehme es […] für einen guten Trank, weil ihm ein Pokal mit klarem Wein anstelle eines wertvollen Lobes nicht schmeckt.

Ich forme, ich model, ich mizze,
wie gerne ich mich flizze
eins lobs    daz sich ie dem dinge
gelichen muz an lut, an art oder an dem urspringe.
Ich such in mines sanges krame und var uf einen vindelse.

[V,13 9-11] Ich forme, ich modelliere, ich messe: wie gerne würde ich mich für ein Lob ereifern, [V,38 4-6] das sich stets der Sache anzugleichen hat, was Klang, Wesen oder Ursprung angeht. [V,12* 1;] Ich suche im Kramladen meines Gesanges [V,38 13:] und fahr hinaus auf einen Findelsee.

Ei, ich sach in dem trone
einen man, des herzen sin was swanger:
er trug der tichter krone
vor miner ougen anger.

[I,1 1-4:] Ei, ich erschaute auf dem (Künste-)Thron einen Mann, seines Herzens Kunstsinn war schwanger. Vor dem Anger meiner Augen trug er die Krone der Dichter.

Im ist ein wip
so nahen durch die ougen sin
gebrochen in daz herze.
Des muz sin lip
von schulden ir gefangen sin.
Daz geschach im durch ein schouwen
in der alten meister ouwen.

[XIV,12 (Lied 6, Str. 1) 1-3:] Ihm ist eine Frau ganz nah durch seine Augen in das Herz (ein)gebrochen. [XIV,12 (Lied 6, Str. 1) 6-7:] Davon muss er mit Recht ihr Gefangener sein. [XIV,13 (Lied 3, Str. 3) 7:] Dies wiederfuhr ihm aufgrund eines Schauens in den Auen der alten Meister.

Mit der er was gebürdet,
die sach er vor im sitzen    mit witzen:
O wip, uz drier hande selekeit
bistu geformet und gemischet:
Daz erste ist gefiolierte blüte kunst,
durchliljet kurc,
daz ander der naturen cleit,
daz dritte ist die süze meit,
der hochsten vrouwen minne.
In dem boume künste riches lobes
hielt wipfels gunst
sin list, gab gimmen sinnes schurc.

[I,2 5-6:] Sie, mit der er schwanger war, die sah er vor sich sitzen in seiner Weisheit: [III,1 1-4:] Oh, Frau, […] aus dreierlei Vollkommenheit bist du geformt und gemischt: Das erste ist, [VIII,26 1:] die veilchenverzierte Kunst, die Blüte, [VIII,26 7:] auserlesen mit Lilien geschmückt. [III,1 5-6:] Das zweite (ist) das Kleid der Natur. Das dritte ist die süße Jungfrau (Maria), die Liebe der höchsten Dame. [VIII,26 5-7:] Im Baum kunstreichen Lobes hielt die Gunst des Wipfels seine Kunst,  [VIII,26 5-7:] gab Edelsteine der Schlag gegen seinen Kunstverstand.

Ja, tet er als ein wercman, der sin winkelmaz
ane unterlaz
ze sinen werken richtet,
uz der fuge tichtet
die höhe und lenge: wit und breit.
Er tet rechte
als er solde,
ja, der holde,
truc er doch der sinne ein joch,
dar zu  ist er    der künste ein koch.

[V,13 1-5:] Fürwahr, er tat wie ein Baumeister, der sein Winkelmaß ohne Unterlass an seine Werke anlegt, der aus der Zusammenfügung hervorbringt die Höhe und Länge, weit und breit. [I,I,2 11-15:] Er tat richtig, wie er sollte, fürwahr, der Begnadete, trug er doch [V,115 17-18:] ein Joch an Kunstverstand, dazu ist er ein Koch der Künste.

Wort sint der dinge zeichen, sam der meister gicht.
haete er gesungen und geticht
niuwan daz eine wort: „Ich suchte mich,
da vant ich min daheime nicht.“
so wurt    ich sins sinnes lie florieren
mit roselehten worten, schon probieren
mit redeblumen, sunder frist.
sin wort, sin döne traten nie   uz rechter sinne sazen,
nie hat er gesungen von dem feim,   ouch nie den grunt verlazen.

[V,38 1:] Worte sind der Dinge Zeichen, wie der Meister sagt. Hätte er gesungen und gedichtet nichts außer diesem einen Wort [XIV,28 (Lied 6, Str. 3) 1-2:] „Ich suchte mich, das fand ich nichts von mir daheim.“, [XI,1 1-3:] so würde ich die Laube seines Kunstverstandes mit rosenfarbenen Worten florieren, auf schöne Weise mit Redeblumen ausrüsten, ohne Aufschub. [V,115 19:] Seine Worte, seine Töne traten nie aus dem Wohnsitz des rechten Kunstverstandes, [V,115 6:] nie hat er vom Schaum gesungen, auch nie den Grund (der Dichtung) verlassen.

Die hohe gotes stiure
webe ez in miner witze hamen,
daz ich in nennen muz mit namen
(wan ieslich ding sin nam tut melt):
Uz kezzels grunde gat sin kunst, so gicht min munt.
ich tun iu kunt
mit worten und mit dönen,
ane sunderhönen:
noch solte man sins sanges schrin   gar rilichen krönen.
Ich meine Heinrich, den süzen meister
Vrouwenlob.

[V,8 12-14:] Die hohe Hilfe Gottes möge es in das Fangnetz meines Verstandes weben, auf dass ich ihn nennen muss beim Namen – [V,38 6:] denn ein jegliches Ding wird von seinem Namen gemeldet – :  [V,115 7-10:] Aus Kessels Grunde kommt seine Kunst, so spricht mein Mund. Ich tue euch kund mit Worten und mit Töne (ohne jemanden verhöhnen zu wollen): Noch immer sollte man seines Sanges Schrein gar prächtig krönen. [VIII,26 20-21:] Ich meine Heinrich, den süßen [V,115 16:] Meister [V,115 5:] Frauenlob.

Der Name der Krähe

Das ist ein schon etwas älterer Text, den ein paar von Euch auch schon kennen. Aber mit Blick auf die Krähenschwärme des Abends über mir finde ich, er passt in den November. Außerdem ist mal wieder Zeit für ein Tiergedicht.

Wer bist du?
fragt ihr mich.

Leise krächze ich euch
meinen Namen ins Ohr.

Krähe
nennt ihr mich seither.

Dabei kann ich gar nicht
krähen.