die stillen Abende

die stillen Abende
sind’s, die ich so mag
und wo ich find
die Ruhe nach dem Tag

die stillen Abende
sind’s, die ich so brauch
und wo ich spür
die Harmonie von Kopf und Bauch

die stillen Abende
sind’s, die ich so lieb
und wo ich weiß
mich frei von Nimm und Gib

die stillen Abende
sind’s, die ich so mag
und wo ich bin
ganz eins mit Nacht und Tag

Stille, du

Stille, du –
bist doch nur
eine Illusion: hören
kann ich deinen Atem –
laut

ein Klang –
nicht Laut, nicht Ton:
ein stilles Rauschen zwischen
zwei Geräuschen

Stille, du –
schenkst uns die
schönste Illusion: dein Atem
lässt noch die Totenstille
– hörbar – nach Leben
klingen

Stille. Ein zweiter Versuch

„eine ohrenbetäubende Stille“, so schreibt Kagge in seinem Buch ‚Stille. Ein Wegweiser‘, habe er vernommen auf seinem Weg zum Südpol – was für ein Wort!

still will ich Gedichte
schreiben, worin die Wörter lauthals
schweigen: und in diese

ohrenbetäubende Stille

fällt stumm ein letztes Wort
aus dem Schlund des Schweigens:
wie leis‘ es doch mein Auge blendet!