Stille, du

Stille, du –
bist doch nur
eine Illusion: hören
kann ich deinen Atem –
laut

ein Klang –
nicht Laut, nicht Ton:
ein stilles Rauschen zwischen
zwei Geräuschen

Stille, du –
schenkst uns die
schönste Illusion: dein Atem
lässt noch die Totenstille
– hörbar – nach Leben
klingen

Stille. Ein zweiter Versuch

„eine ohrenbetäubende Stille“, so schreibt Kagge in seinem Buch ‚Stille. Ein Wegweiser‘, habe er vernommen auf seinem Weg zum Südpol – was für ein Wort!

still will ich Gedichte
schreiben, worin die Wörter lauthals
schweigen: und in diese

ohrenbetäubende Stille

fällt stumm ein letztes Wort
aus dem Schlund des Schweigens:
wie leis‘ es doch mein Auge blendet!