alle Zeit der Welt

lass dir, so sagt sich’s leicht,
alle Zeit der Welt

doch wie viel Zeit
hat die Welt noch?

hier und dort

I Problem

bin ich hier,
will ich dort sein

bin ich dort,
will ich hier sein

 

II Prämisse

bin ich hier,
ist hier hier
und dort dort

bin ich dort,
ist dort hier
und hier dort

 

III Konklusion

bin ich hier,
ist hier hier –
und ich bin
hier ganz hier

bin ich dort,
ist dort hier –
und ich bin
dort ganz hier

Prosa in Rosa (7)

Sie hatte nun immer, wenn sie in den Park ging, eine gut mit Wasser gefüllte pinkfarbene Metallgießkanne bei sich; und in ihren blassrosa Rucksack hatte sie ihre alten rosaroten Schlittschuhe gepackt, dazu ein Kältespray. Denn sie hielt sich gern an Gesetze, so auch an die Regel, die immer auf den Parkschildern zu lesen ist:

„Rasen betreten verboten!“

Prosa in Rosa (6)

Nach reiflicher Überlegung hatte sie es endlich gekauft: das schicke Smartphone in Roségold. Und einen ganzen Nachmittag lang hatte sie nun fleißig die Telefonnummern von Apotheken und Ärzten aus der näheren Umgebung in ihr Handy-Telefonbuch eingegeben. Denn nun konnte sie immer sofort tätig werden, wenn es wieder hieß:

„Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Ihren Apotheker.“

Prosa in Rosa (5)

Ihr kleines Hündchen hatte sie inzwischen gegen einen mittelgroßen indischen  Elefanten in Pink eingetauscht. Er ist nicht zu übersehen, leicht zu halten und sehr gelehrig. Vor allem aber begleitet er sie nun immer und überallhin, auch dorthin, wo am Eingang steht:

„Hunde müssen draußen bleiben.“

Prosa in Rosa (3)

Auf Fernreisen hatte sie nun immer im Portemonnaie ein kleines Musterbüchlein bei sich, das eine Auswahl ihrer Lieblingspapiere (noch dazu in ihren Lieblingsfarben) enthielt wie etwa handgeschöpftes Bütten in Wild- und Heckenrose, Elefantenhaut in Sandstein, Seiden- und Japanpapiere in Lachs, Flamingo und Schwein. Denn sie wollte gewappnet sein für den Fall, dass man sie an der Grenze aufforderte:

„Ihre Papiere, bitte!“

Prosa in Rosa (2)

In ihrer Handtasche führte sie nun immer auch eine kleine verschließbare rosarote Schachtel mit sich mit. Sie hatte darin viele rosa Zettelchen gesammelt, auf denen große und kleine, erfüllbare und unerfüllbare Wünsche notiert waren, auf dass sie nie mehr in Verlegenheit geriete, wenn man sie an der Ladentheke oder im Café fragen würde:

„Haben Sie noch einen Wunsch?“