Schwimm mich auf den Grund der Liebe

angelehnt an Leonard Cohens „Dance me to the end of love“, das mich vor einiger Zeit tief berührt hat und zu dieser Variation inspiriert hat, die ich schon lange schreiben wollte – jetzt endlich habe ich die richtigen Worte gefunden, hoffe ich

Schwimm mich in die Wunden des verletzten Meeres
Schwimm mich in das Salz seiner Tränen
Sei die Planke, die mich hält
Schwimm mich an das Ufer der Liebe
Schwimm mich an das Ufer der Liebe

Schwimm mich an den Strand der zu früh Gestrandeten
Schwimm mich ins Vergessen der zu früh Vergessenen
Sei mein Leuchtturm, sei mein Stern
Schwimm mich bis ans Ende der Liebe
Schwimm mich bis ans Ende der Liebe

Schwimm mich über ihre Lieder, die das Meer zu Ende sang
Schwimm mich in die Hoffnung, die das Meer zu Ende sprach
Berühr mich mit Deiner nassen Hand
Schwimm mich bis an das Ende der Liebe
Schwimm mich bis zum Grund der Liebe
Schwimm mich auf den Grund der Liebe

von Wellen, von Wogen, von Brandung und Meer

brenne, brenne
rasch durch die Brandung
walle, walle
ganz sacht durch die Welle
wiege, wiege
dich sanft in der Woge

schaukel
und schunkel im Wellengefunkel
baumel
und taumel im Wogenschaume
schwinge
und singe, was schwingt, was singt dir das Meer
von Wellen, von Wogen,
von Brandung und Meer

 

Meer, nur Meer

kaum etwas Schöneres als
weit hinter dir das Land, der Strand
vor dir das Meer, nur Meer, so weit
über dir der Himmel, nur Himmel, so hell
unter dir das Meer, nur Meer, so tief
und du – weiter, nur weiter, immer weiter
weiter hinaus, ins Weite
weiter hinauf, ins Helle
weiter hinab, ins Tiefe
weiter, nur weiter:
Meer,  nur Meer

#frapalywo 2/17: geräusche – tag 5: am meer

Der fünfte Impuls lautet: am meer. Unter dem Aspekt geräusche fasziniert mich vor allem der Gegensatz zwischen der steten Unruhe des Meeres, das immer in geräuschvoller Bewegung ist, und der Ruhe, die wir damit assoziieren, die Meeresstille, die eher ein Meeresradau ist, und doch eine so beruhigende Wirkung hat: ein himmlischer Höllenlärm, sozusagen. Hier mein „vorläufiges amtliches Endergebnis“ zu dem Thema (ganz zufrieden bin ich mit meinem Elfchen noch nicht, aber ich muss jetzt arbeiten 😦 ):

am meer

laut
die stille
dort am meer
mein herz aber wird
leise

Abenddämmerung am Meer

So, und nun doch noch eine echte dichterische Aneignung (nach dem Experiment Übersetzung). Und da mich das Meer kürzlich inspiriert hatte, mich auf Haiku und Tanka einzulassen, eben nun in entsprechender Form, wobei ich mir die Freiheit genommen habe, die Form zu überschreiten – aber ich fand, dass es genau so Sinn macht.

Abenddämmerung
am Meer: Dunkelndes Blau – nah
Ewigkeit allein.

Zwischen Sonnenuntergang
und Abendstern: Weite nur –

und Du!

Mittelmeer

So trunken vor Glück
bin ich hier

am Meer, im Meer

sind sie dort
ertrunken, die Unglücklichen.

Ein Gedanke, den ich einfach nicht wegwischen kann – und wohl auch nicht wegwischen sollte: Ein Gedanke „gegen das Vergessen“.

und staune!

schau
ins Blau
von Himmel und Meer
schau – und staune:
wie schön ist die Welt!

lausch
dem Plausch
von Wellen und Wind
schau, lausch – und staune:
wie leicht ist die Welt!

tauch
ein in den Bauch
von Leben und Glück
tauch ein – und saug auf
das Leben, das Glück:
schau, lausch – und staune!