aus dem Schneckenhaus gesprochen

Wort
um Wort
bau ich mich
um mich, in mich
gekehrt, verkriech ich
mich in mir

träg scheint euch mein zwittrig
Wort, verschraubt, verschroben:
ja, Zeit lässt sich mein Wort –

doch hinterlässt es
eine Spur

 

inspiriert durch den Band „Schnecken“ aus der wundervollen Reihe „Naturkunden“ beim Verlag Matthes & Seitz

dies scheinbar taumelnd Wort

winzig klein
und bedeutungslos
mag euch umsirren
umschwirren
mein Wort

unscheinbar
dies scheinbar taumelnd Wort
in Facetten bricht vieltausend
eure Stubenwelt: es irritiert
desillusioniert
interveniert
stört

dies ganz Andere ist
nie ganz das Andere:
unverstanden dennoch
ungenießbar trotzdem
unliebsam

und doch: es kann
fliegen

inspiriert durch den Band „Fliegen“ aus der wundervollen Reihe „Naturkunden“ beim Verlag Matthes & Seitz

 

Blick.Winkel, im Zeichen der Kröte

Ein.Blick von ganz unten: Lieder
aus dem Schlamm, vorlauthals;
Gossenworte, grottig & krötig,
(Ab)Schaumpoesie

Ein.Blick von den Rändern: Lieder
vom Grenzrain, zwiespältig & zwielichtig;
Unkenzwischenrufe im Lurchgequak,
grenzenlos grenzwertig

Ein.Blick vom Ursprung: Lieder
aus dem Urgestein, uraltklug;
wandernd, bewandert, flötend &
krötend: tötend

Ein.Blick aus der Kriechspur: Lieder
von Erde und See, Amokröte noch im
pockennarbigen Gesicht; ein Kriechen
in fluiden Versen, subversiv & tief –

erdnah, seewärts

inspiriert durch den Band „Kröten“ aus der wundervollen Reihe „Naturkunden“ beim Verlag Matthes & Seitz

Der Name der Krähe

Das ist ein schon etwas älterer Text, den ein paar von Euch auch schon kennen. Aber mit Blick auf die Krähenschwärme des Abends über mir finde ich, er passt in den November. Außerdem ist mal wieder Zeit für ein Tiergedicht.

Wer bist du?
fragt ihr mich.

Leise krächze ich euch
meinen Namen ins Ohr.

Krähe
nennt ihr mich seither.

Dabei kann ich gar nicht
krähen.