Verlorene Liebesmüh. Eine kleine Shakespeariade

ach, immer treibt ihr es
gerade so, wie es euch gefällt

und immer macht ihr dabei
viel Lärm um Nichts

wo aber bleibt endlich
mein Sommernachtstraum?
(die angesprochenen Kobolde kichern)

ach, macht doch
was ihr wollt

Lob der Plattitüde. Eine Etüde

Ules Befürchtungen, im Platten und Banalen zu landen, haben in mir weitergearbeitet und mich zu einem Lob der Plattheit angeregt – so platt, wie es mir nur eben möglich war. Jetzt bin ich platt, was mir die Plattheit da doch geschenkt hat – doch noch etwa tiefe Einsicht?

keine Scheu vor Plattitüde!
ist doch auch nur Attitüde,
Tiefsinn-Lob bloß Flattitüde!

was setzt tiefe Denker matt?
was macht ihren Geist ganz satt?
was gehört auf’s beste Blatt?

die Plattitüde, sag ich glatt,
sie ist die einzig wahre Blattitüde:
denn höchste Weisheit ist stets –
platt

Tütengedichte (1)

(1) Tütengedichte

sind Tütelkram,
denkst du? immer
noch besser als
Beutelschneiderei!

selbstgefaltete Korb-Tüte aus alter Zeitung, mit grün-gelber Acrylfarbe bemalt (dieses Tütengedicht ist zugleich der ‚Einband‘ – siehe Lyrifants Editionen)

Seit längerem beschäftigt mich dieses Projekt. Heute hatte ich dann endlich den Kreativ-Anfall und die entsprechende Kühle, die dazu nötig waren, das Projekt zu seinem Ende zu bringen. Texte und Bilder meiner neun „Tütengedichte“ poste ich Euch hier nun sukzessive: Gehobener Unsinn in Tüten! (weitersagen: gibt’s nur bei Lyrifant!)