nur geliehen

nur geliehen
hab ich alle meine Wörter:
kein einziges Wort
mein eigenes Wort –
ach! könnt ich eines nur
entwenden! eins nur
von Grund auf neu
erfinden! was aber
hilft’s, wenn ich mit mir
Wörter stehlen kann?
Niemandswörter sind sie doch –
und wie ich’s auch dreh und wende:
am Ende
bleibt mir nichts als dass ich
alle meine Wörter sende
wohin auch immer
zurück

nichts weiter

wo das Wort
einfach nur
nach Wort schmeckt
(ganz wörtlich)
und der Gedankenstrich
nach Gedanke riecht
und Strich –

dort lass dich nieder
und schreibe ein Gedicht, das
nichts weiter ist als
ein Gedicht

im Wortschatten

Licht fällt ein
ins Wort: ich aber bleib
im Wortschatten
und warte auf ein

lichtes Gedicht

(12) Sundspruch

und
von jeher spricht der Sund:
und

Foto: Steinsundet (2019) – © Lyrifant

Damit ist meine kleine Nordwortlichter-Reihe an ein Ende gekommen. Ein kleines Büchlein ist daraus natürlich auch geworden. Ihr seht es auf meiner Seite Editionen, dort gibt es auch eine Bildergalerie zum Durchblättern.